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Die Ressourcenwende wird in den Städten gemacht! Wird sie?

Steinbeis-Beratungszentrum Circular Economy

Mit der heute linear aufgestellten Wirtschaft und dem Prinzip des “Take - Make - Use - Lose” nutzen wir als Menschheit ein Vielfaches der Ressourcen, die der Planet nachhaltig bereitstellen kann. Knapp 3 Erden bräuchten wir, um allein bei den nachwachsenden Rohstoffen diese Fülle für die industrialisierte Welt auf Dauer beibehalten zu können. Das geht sich schwer aus. Dass der daraus resultierende Wohlstand und die damit verbundenen Konsequenzen auch noch äußerst ungleich verteilt sind, ist nur eine weitere Facette dieser Verhältnisse.

So kommen wir am Ende auf eine Ressourcenintensität, die, alles eingerechnet, in Deutschland bei über 40 Tonnen pro Kopf und Jahr liegt. Das hat viel mit der großen Rolle, die der Wirtschaftsfaktor "Export" für das Land spielt, zu tun. 

Das von Wissenschaftlern ermittelte nachhaltige Maß läge bei etwa 8 Tonnen (davon 6 Tonnen erneuerbare Ressourcen, 2 Tonnen nicht-erneuerbar). Also nur ein Fünftel des heutigen gesamten Materialverbrauchs. 

Städte sind die Orte an denen die Mehrheit von uns Menschen lebt. Mehr als die Hälfte sind es heute. Und das sind nicht nur die großen Metropolen. In Summe sind es die sogenannten “Mittelstädte”, in denen meisten Menschen wohnen. Nach allen Prognosen werden es zukünftig noch mehr. In diesen Städten wird gelebt, gebaut, konsumiert, gebraucht, entsorgt, was das Leben so hergibt. In diesen Städten entscheidet sich, wie gut die Änderung unserer Lebensweisen und eine Anpassung an den Klimawandel gelingen wird.

In Städten ballt sich alles zusammen. Hier wird gebaut, gewohnt, gegessen; hier werden Dinge beschafft, die das Leben angenehm machen und hier werden Produkte entsorgt, wenn sie an das Ende ihres Produktlebens gekommen sind. Alles ist auf Effizienz getrimmt, die Abläufe sind durchoptimiert.

So gehen 70% aller benötigten Ressourcen, aber auch der vom Menschen freigesetzten Treibhausgase auf das Konto von Städten. Schließlich entsteht etwa die Hälfte unseres Mülls in Städten. Städte sind aber nicht nur Verursacher, sondern auch Brennpunkte der Auswirkungen und tragen die Hauptlast der damit verbundenen Herausforderungen.

Gleichzeitig haben wir in Städten die große Chance, die Verhältnisse zu verändern. Hier haben wir alle Stellehebel mehr oder weniger in der Hand: Bürger, Verwaltung, Unternehmen. Wenn sich genügend Akteure zusammentun, kann eine Stadt, seine Stoffströmme auf Kreisläufe trimmen.

Darüber wollen wir diskutieren und in Städte gewissermaßen hineinschauen.
Welche Herausforderungen sehen Akteure, die in Städten wirken?
Wie versuchen sie ihnen zu begegnen?
Wo geht’s voran und wo “hapert’s” noch?